WAS sind Anleihen? 


Anleihen (in der Banker-Sprache auch „Bonds“ oder „Rentenpapiere“ genannt) sind "Wertpapiere", mit denen ich bestimmten Unternehmen oder sogar ganzen Staaten Geld borge. Wenn ich eine „Unternehmensanleihe“ einer bestimmten Firma kaufe, gebe ich der Firma Kredit. 

Das heißt, ich sollte der Firma vertrauen können. An der Wiener Börse beispielsweise, sind zahlreiche Unternehmensanleihen („Corporate Bonds“) von Firmen „notiert“, die wir kennen: OMV, Strabag, voestalpine, Wienerberger etc…Ich kann aber auch der Republik Österreich Geld borgen: wenn ich „Staatsanleihen“ kaufe („zeichne“). 

Damit finanziere ich das –so vieldiskutierte- „Budget“ Österreichs mit. Und wenn ich ganz mutig („risikokfreudig“ ) bin, kann ich beispielsweise auch Anleihen von aufstrebenden „Schwellenländern“ wie China oder Indien kaufen: sogenannte „Emerging Markets Bonds/Schwellenländeranleihen“. 


WAS habe ich von Anleihen?  


Wenn ich Anleihen z.B. von Unternehmen wie Kapsch oder Porr kaufe, gehöre ich zu den (vielen) Kreditgebern („Gläubigern“) dieser bekannten Firmen. Damit ermögliche ich ihnen neue Geschäfte zu machen. Dafür bekomme ich auch was: nämlich Zinsen (wie jeder, der einen Kredit gibt). Anleihen sind aber unterschiedlich hoch verzinst: 

Wenn das Unternehmen ein „sicheres“ ist, ist die Verzinsung eher niedrig, denn es ist ja ziemlich sicher, dass ich mein Geld zurückbekomme. Wenn das Unternehmen aber „riskant“ ist, wird es mir hohe Zinsen bezahlen (müssen), sonst borge ich ihm ja kein Geld, weil es mir zu unsicher ist. 

Faustregel: Je sicherer eine Anleihe, desto niedriger ihre Verzinsung, und umgekehrt („High-Risk-Bonds“ mit hohen Zinsen). Wir erleben das gerade mit Staatsanleihen: Die von Griechenland oder Spanien müssen hohe Zinsen zahlen, weil sie riskant sind. Österreichische oder Deutsche Staatsanleihen sind ziemlich sicher, daher ist ihre Verzinsung niedriger. Jede Anleihe hat – wie jeder Kredit- auch eine „Laufzeit“. 

Am Ende der Laufzeit endet das „Schuldverhältnis“ zwischen dem „Schuldner“ (also dem Staat oder dem Unternehmen) und mir, dem geldborgenden Gläubiger, durch die Zahlung des „Nominale / Nennwertes“ der Anleihe. Das geborgte Kapital wird zurückgezahlt, das heisst, die Anleihe wird „getilgt“.


WIE komme ich zu Anleihen? 


Anleihen kann ich über Banken kaufen ("ordern") und auch verkaufen. So wie Aktien haben auch Anleihen einen Preis, den „Anleihenkurs“: Wenn viele Leute eine bestimmte (neue oder sehr sichere) Anleihe kaufen (wollen), steigt ihr Preis, ihr Kurswert. Wenn viele Leute (oder ganze Banken und Staaten) eine Anleihe lieber verkaufen wollen, etwa eine griechisches „Staatspapier“, sinkt ihr Kurswert. 


WANN haben Anleihen für mich Sinn? 


Wenn ich einen Teil meines verfügbaren Geldes nicht kurzfristig brauche, kann ich es z.B der Republik Österreich oder Unternehmen, denen ich vertraue, mehrere Jahre lang borgen, also in sie „investieren“. Ich kann Anleihen aber jederzeit wieder verkaufen, wenn ich z.B. kurzfristig Geld verfügbar haben will/muss. Aber dann gibt’s auch keine Zinsen mehr und wenn ich Pech habe, ist gerade der Anleihenkurs niedriger als der Kurspreis zu dem ich sie gekauft habe.. Das Verlustrisiko muss ich bedenken.


WAS kosten Anleihen? 


Anleihen kosten den Preis, den sie beim Kauf gerade an der Börse haben („Kurswert“): Wenn ich will, kann ich auch warten, bis ihr Kurs sinkt, dann kann ich sie günstiger kaufen. Umgekehrt habe ich aber auch das oben genannte Verlustrisiko. 

Fürs Kaufen und Verkaufen ("Handeln") von Anleihen und für meine Zinsgutschriften brauche ich ein Wertpapierdepot bei einer Bank, für das die Bank mir Depotspesen verrechnet. Und für jeden Kauf/Verkauf ("Order") verlangt sie Handelsspesen, damit sie meine Order ausführt. Wenn ich (Direkt)Bankangebote vergleiche und mit mehreren Banken verhandle, habe ich die Chance, günstigere Spesenkonditionen zu bekommen. 


WAS ist der Unterschied zwischen Anleihen und Aktien ein und derselben Firma? 


Wenn ich Unternehmensanleihen einer Firma kaufe, borge ich ihr Geld, ich gebe der Firma also Kredit („Fremdkapital“) und bekomme dafür Zinsen. Ich bin Gläubiger der Firma, aber nicht Mitbesitzer. Miteigentümer der Firma bin ich nur als Aktionär, da gebe ich der Firma "Eigenkapital" und kriege vielleicht eine Gewinnausschüttung  („Dividende“).  


WER so seine Erfahrungen mit Anleihen/Renten gemacht hat? 


"Wer gut essen will, kauft Aktien. Wer gut schlafen will, kauft Anleihen.“ Dieser alte Börsenspruch galt jahrzehntelang. Er bedeutet: Aktien sind riskant aber bringen mehr (Gewinn). Anleihen sind fad aber sicher. Spätestens mit der Griechenland-Krise und den diversen Staatsschuldenturbulenzen (Spanien, sogar USA…) ist man draufgekommen, dass auch Anleihen riskant sein können. 


WARUM so ernst? 


Aus dem Humorwörterbuch: "Rentenpapiere sind Wertpapiere speziell für ältere Menschen, deren Gesundheit durch Aufregung Schaden nehmen könnte. Rentenpapiere haben daher einen festen Zinssatz.“  





     

  www.flugladen.at