WAS sind Investmentfonds (kurz: Fonds)? 


Unter (Investment)Fonds wird im normalen Sprachgebrauch eigentlich zweierlei verstanden. „Fonds-Gesellschaften“ („Kapitalanlagegesellschaften“) sind Firmen, die Fonds-Wertpapiere anbieten und „managen“. „Fondsanteile“ hingegen sind Wertpapiere, mit denen ich mich an einem bestimmten Fonds beteiligen kann. „Lege nicht alle Eier in einen einzigen Korb“, sagt man im Englischen. 

Das ist aber keine Handlungsanleitung für den Osterhasen, sondern für Geldanleger, die besonders von Fonds angewendet wird: Setze dein Geld nicht auf ein einziges „Pferd“ (eine einzige Aktie, eine einzelne Anleihe). Sondern „streue“: Verteile dein Geld auf mehrere Ziele. Deshalb haben „die Fonds“, genauer: deren „Fondsmanager“ die Pflicht, das von den Kunden stammende Kapital in viele Unternehmen, bestimmte Börsen, oder bestimmte Weltregionen anzulegen. 

Und deshalb gibt es zig-tausende(!) unterschiedliche Fonds: Aktienfonds, Anleihenfonds, Mischfonds, Immobilien-Fonds, Dachfonds (legen nicht in Dächer, sondern in viele andere Fonds an), Euro-Fonds, US-Fonds, Asienfonds, Hochrisikofonds, Industrie-Fonds, Biotechnologie-Fonds, Indexfonds u.v.m. Das „Fonds-Universum“ wächst ständig, sodass ich eine Riesenauswahl, manche sagen: Qual der Wahl, habe. 


WAS habe ich von Fonds?

 

Die obengenannte Palette zeigt: Ich kann mir mit Fonds ein Anlagethema aussuchen und überlasse es dem professionellen „Fondsmanagement“, die besten Einzelwerte dazu auszusuchen. Das hat mehrere Vorteile: Ich muss mich nicht mit der Einzelauswahl beschäftigen (noch dazu habe ich all die Informationen gar nicht). Das machen die Fondsprofis für mich. 

Zweitens: Ich verteile meine Gewinnchancen, aber auch mein Risiko. Das nennt sich „Diversifikation: Ich kann mit Fondsanteilen meine Gewinnchance und mein Verlustrisiko auf viele Einzelanlagen aufteilen (lassen). Drittens: Wenn ich in den Fonds regelmä?ig eine fixe Summe einzahle und der Fondsmanager Wertpapiere zu niedrigen Kursen in den Fonds zukauft, nützen er und ich den „Cost-Average-Effekt“: Um eine gleichbleibend hohe Summe „mehr“ bekommen. 


WIE komme ich zu Fonds(anteilen)? 


Fondsanteile kann ich über Banken kaufen (und verkaufen). Die meisten Banken haben auch eigene „Fondstöchter“, Fondsgesellschaften, die die „Fonds des Hauses“ anbieten. Aber ich kann in Österreich auch Fondsanteile von internationalen Fondsgesellschaften kaufen, deren Fondsmanager in Hong Kong oder New York sitzen. 


WANN haben Fonds für mich Sinn? 


Wenn ich mich nicht mit der Auswahl von einzelnen Aktien, Anleihen u.a. beschäftigen kann oder will, kann ich das mit einer Geldanlage in einen Fonds den dortigen Profis überlassen. Die informieren mich mindestens einmal im Jahr schriftlich, wie der Fonds so läuft, wie seine „Performance“ ist. 

Wenn ich zB monatlich eine fixe Summe in den Fonds anlege, kann ich „Fondssparen“: mit höherer Zinschance als auf einem Sparbuch. Auch Fonds sind nicht vor Verlusten sicher, und es verändert sich ihre Zusammensetzung, denn der Fondsmanager „schichtet um“. Deshalb sollte ich doch ab und zu nachschauen, ob der Fonds noch das ist bzw. das macht, was ich ursprünglich wollte. 


WAS kosten Fondsanteile? 


Fondsanteile haben wie Aktien und Anleihen einen Preis, den „Fondskurs“, der natürlich schwankt. Je nachdem wie erfolgreich das Fondsmanagement auswählt und je nachdem wie nachgefragt der Fonds ist. Die Kurse erfahre ich von den  Banken und allen Fondsgesellschaften.Dazu muss beim Kauf von Fondsanteilen den „Ausgabeaufschlag“ bedenken, die die Banken und Fondsgesellschaften verlangen. Und mit der „Management fee“ („Fondsgebühren“) bezahle ich das Fondsmanagement. 

Nicht nur bei den Fondszusammensetzungen, sondern dementsprechend auch bei Fondskonditionen gibt es große Unterschiede. Vergleichen lohnt sich daher jedenfalls. Für den Kauf & Verkauf von Fondsanteilen brauche ich ein Depotkonto (Depotgebühren) auf einer Bank, wo auch Fondsgewinne hingebucht werden. Wenn ich Bankangebote vergleiche, habe ich die Chance, günstige Spesenkonditionen zu bekommen.


WAS ist der Unterschied zwischen Fonds und dem Dirketinvestment? 


Mit Fondsanteilen bin ich indirekt Miteigentümer der im Fonds befindlichen Firmen und bin indirekt Kreditgeber, wenn Anleihen im Fonds sind. Fonds(gesellschaften) bestimmen in Unternehmen oft mit. Deshalb sollte ich eine „Fondsphilosophie“ wählen, die zu mir passt: etwa „in besonders umweltfreundliche Firmen, oder nur in sichere Staatsanleihen, oder in Weltkonzerne, oder nur in Europa investieren, oder…“


WER so seine Erfahrungen gemacht hat?


"Konzentrieren Sie Ihre Investments. Wenn Sie über einen Harem mit vierzig Frauen verfügen, lernen Sie keine richtig kennen. (Warren Buffet, Spitzname: „Orakel von Omaha“, amerikanischer Erfolgsinvestor) 


WARUM so ernst? 


Aus dem Humorwörterbuch: „Investmentfonds sind Pools, in die einfallslose oder nur über geringe Mittel verfügende Geldanleger ihr Bares einbringen, damit professionelle Anleger, oder solche, die sich dafür halten, an den Börsen ohne eigenes Risiko am großen Rad drehen können.“





     

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