WAS ist eine Pensionskasse bzw. eine betriebliche Kollektivversicherung?


Es gibt einige Unternehmen, also Dienstgeber, in Österreich, die für die Altersvorsorge ihre Mitarbeiter „etwas übrig haben“ und für sie regelmässige Beträge einzahlen. Möchte also zB mein Dienstgeber mehr als 300,- Euro pro Jahr für mich als Mitarbeiter –noch dazu steuerbegünstigt!- investieren, kann es sich für ein Pensionskassenmodell oder eine betriebliche Kollektivversicherung entscheiden. Hier besteht für ihn die freiwillige Möglichkeit, bis zu 10,25% der Bruttolohn- und Gehaltssumme völlig steuerfrei und ohne Lohnnebenkosten zu investieren. 


WAS habe ich von einer Pensionskasse bzw. einer betrieblichen Kollektivversicherung?


Bei Pensionskassen und betrieblichen Kollektivversicherungen handelt es sich um eine betriebliche Vorsorge auf freiwilliger Basis. Existiert eines der beiden Modelle in meinem Unternehmen, so ist das eine beträchtliche freiwillige Gehaltsnebenleistung meines Dienstgebers in Form einer zusätzlichen Alterspension für mich. Die Höhe der betrieblichen Altersvorsorge wird von meinem Dienstgeber bestimmt, darf aber 10,25% meines Bruttolohns nicht übersteigen.


WIE komme ich zu einer Pensionskasse bzw. einer betrieblichen Kollektivversicherung? 


Die Nutzung eines der beiden Angebote liegt im Ermessen meines Arbeitgebers. Ich habe hier keinerlei Entscheidungsgewalt. Aber: Sofern eines der beiden Modelle in meinem Unternehmen existiert, kann ich zusätzlich zu den Arbeitgeberbeiträgen auch freiwillig als Arbeitnehmer noch eigene Beiträge einzahlen.


WANN hat eine Pensionskasse oder betrieblichen Kollektivversicherung für mich Sinn? 


Als Arbeitnehmer habe ich mehrere Vorteile, wenn es in meinem Unternehmen eines der beiden Angebote gibt: Die Arbeitgeberbeiträge sind in meiner Aktivzeit steuerfrei und sozialversicherungsabgabenbefreit (nur die Rentenzahlung wenn ich in Pension bin, ist dann einkommenssteuerpflichtig). Das heißt, ich profitiere von einem „Steueraufschub“ in die Rentenphase. Denn in Pension bin ich dann wahrscheinlich in einer niedrigeren Steuerprogression als in meiner Aktivzeit. Dadurch dass mein Dienstgeber seine Vorsorgebeiträge für mich Brutto-für-Netto veranlagen darf, besteht die Chance auf höhere Erträge. Ausserdem kann ich diese Form der Altersvorsorge auch durch Eigenbeiträge „aufdoppeln“. Und was in Zeiten wie diesen auch nicht schaden kann: Diese Art der Geldanlage hat einen guten Insolvenzschutz: Denn die Pensionszahlungen erfolgen direkt durch die Pensionskasse oder Versicherung, und sind somit nicht „leider weg“, falls mein Unternehmen „krachen“ sollte.


WAS kostet mich das Mitmachen bei einer Pensionskasse bzw. betrieblichen Kollektivversicherung?   


Die beiden Angebote für eine betriebliche Vorsorge werden vom Arbeitgeber finanziert. Diese Zusatzleistung ist für mich ein wertvoller Gehaltsbestandteil. Erst wenn ich mich für eine freiwillige zusätzliche Eigenleistung entschiede, kommen Kosten für meine Einzahlungen auf mich zu. 



WAS ist der Unterschied zwischen Pensionskassen und betrieblichen Kollektivversicherungen?   

Die beiden Modelle bzw. Angebote unterscheiden sich v.a. in ihrer Risikoklassifizierung. Die Pensionskasse ist eine „dynamische“ Variante: Das vom Dienstgeber dort investierte Kapital entwickelt sich entsprechend der Veranlagungsstrategie, die die Pensionskasse am Kapitalmarkt betreibt. Und je nachdem wie sie anlegt – in Aktien, Anleihen, Immobilien, Fonds, etc., eben mit unterschiedlichem Risiko und unterschiedlichen Renditeerwartungen- kann die „Performance“ der Pensionskasse, also der erzielte Ertrag für ihre Kunden, die sog. „Anspruchsberechtigten“, schwanken. Die bestehenden Pensionskassen weisen dementsprechend gute und weniger gute Veranlagungsergebnisse über die Jahre auf. Jedenfalls muss die Pensionskasse ihre Veranlagungsstrategie ihren Kunden transparent darlegen und es gibt für diese ein Mitspracherecht. 

Bei der betrieblichen Kollektivversicherung existieren hingegen garantierte Rechnungsgrundlagen und damit  -wie bei Lebensversicherungen- eine Garantieverzinsung.  


WER so seine Erfahrungen mit Pensionskassen hat: 


„Für den Erfolg von Pensionskassen sind –gerade in dem nach wie vor schwierigen und Schwankungen unterworfenen Konjunkturumfeld- eine ausgeglichene Veranlagungsstruktur und ein aktives Veranlagungsmanagement ausschlaggebend. Pensionskassen müssen bei einem einschätzbaren und begrenzten Risiko den höchstmöglichen Ertrag erwirtschaften, um das Pensionskapital aller Kunden zu erhöhen. Dafür sind eine Diversifikation bei den Veranlagungen und ein frühzeitiges Risikomanagement Voraussetzung. Pensionskassen haben die langfristige Rendite für ihre Kunden im Fokus.“ (Mag. Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen)


WARUM so ernst? 


„Bei den Pensionskassen ist es wie mit dem Ketchup. Zuerst kommt lange überhaupt nichts - da können Sie machen, was Sie wollen - und dann kommt alles auf einmal.“ (Dr. Herbert Kasper, ehem. Direktor und Konsulent österreichischer Grossbanken und Geschäftsführer von Banktöchtern) 



     

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